Feedback
zur Aufdeckung des „Marienhof“-Schleichwerbeskandals 2005
Die
Aufdeckung massiver Schleichwerbung in der ARD-Serie „Marienhof“
löste im Juni 2005 eine lang anhaltende Diskussion über den
inneren Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus. Der in
mehrjähriger Arbeit recherchierte Report von Volker Lilienthal
erschien zeitgleich in epd medien
und im „journalist“, begleitet von einem Themenpaket im
epd-Basisdienst. Hier auf die epd-Auftaktmeldung zur Affäre mit
Szenenfotos:
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Die
freie Publikation musste gegen massive juristische Gegenwehr einer
Münchener Schleichwerbeagentur erkämpft werden, die
mindestens zehn Jahre lang mit der Bavaria Film GmbH in unerlaubter
Weise zusammengearbeitet hatte. Von Mai 2003 an war es Volker
Lilienthal durch eine einstweilige Verfügung und nachfolgende
Hauptsacheurteile untersagt, frei zu recherchieren, geschweige denn
zu publizieren. Erst im Januar 2005 sprach das OLG München das
Endurteil in dem Streitfall: Die höhere Instanz erachtete alle
von dem epd-Journalisten angewandten Methoden – bis hin zur
verdeckten Recherche – als rechtens, weil in Gestalt der
aufzudeckenden Schleichwerbung ein erheblicher Missstand auch zum
Nachteil der Allgemeinheit vorliege, der höhere Interessen
begründe. Den Urteilstext finden Sie hier:
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Den
kompletten Revisionsbericht der ARD zur Bavaria/„Marienhof“-Affäre
können Sie hier downloaden:
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Alle großen deutschen Medien und auch einige Zeitungen und Zeitschriften im Ausland berichteten über den Skandal und seine Konsequenzen. Eine Auswahl von Fundstellen:
NDR Fernsehen (mit Videoabruf)
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Michael Hanfeld) erkannte in der Affäre das „Watergate der ARD“ und sah die „Unschuld im Ausverkauf“.
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Stefan Niggemeier) konstatierte einen „öffentlich-rechtlichen Zuschauerverrat“.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete dem Enthüller der Affäre außerdem ein Porträt von Peter Lückemeier.
HR: Schleichwerbe-Skandal im Offenen Kanal?
Interviews mit Volker Lilienthal zum Themenkomplex „Marienhof“ und Schleichwerbung:
mit der Neuen Gegenwart;
Gazette (Schweiz);
Alumni-Verbund der Universität Siegen
Ein
Video-Interview mit Volker Lilienthal für die Bundeszentrale für
politische Bildung sehen Sie hier: |
Weitere
Informationen hier:
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Wortmeldungen von Institutionen und Initiativen:
ARD
– den
kompletten Revisionsbericht der ARD zur Bavaria/„Marienhof“-Affäre
können Sie hier downloaden:
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Evangelische Kirche in Deutschland
2005: 5. Medienversammlung der Landesanstalt für Medien NRW
Medienrat NRW, Jahresbericht 2006
17.
Oktober 2005: Qualitätsforum der Journalistengewerkschaften und
des Deutschen Presserats in Berlin – hier die Dokumentationen:
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Youth
Media Convention 2006 Die Komplettdokumentation im Internet: |![]()
Über
Fallbeispiele eines Political Placements referierte Lilienthal am 15.
November 2006 in Berlin auf einer Tagung des Adolf Grimme Instituts
und der Bundeszentrale für politische Bildung. |![]()
Außerdem:
Rückblick auf eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung im
München |![]()
Einzelstimmen:
Auch
PR-Agenturen machten sich so ihre Gedanken, wie dieses Beispiel
zeigt: |![]()
Achim Rohnke (ehem. WDR mediagroup, jetzt Bavaria Film) forderte: „Glaubwürdigkeit schützen!“
Prof. Martin Stock: Reformbedarf im dualen Rundfunksystem
Thomas Schnedler: Journalismus und PR – getrennte Welten?
Dr. habil. Rudolf Speth: Die zweite Welle der Wirtschaftskampagnen
Bis ins Jahr 2008 hinein wurde das Thema immer wieder aufgegriffen:
zu "Lüpsens Legende" - zur Widerlegung der epd-Verbotslegende
Von
2001 bis 2002 recherchierte Volker Lilienthal ein Jahr lang die
sogenannte "epd-Verbotslegende", also die Frage, ob der
Evangelische Pressedienst 1937 wirklich, wie bislang behauptet, von
den Nazis verboten wurde. Das Ergebnis war ernüchternd: Der
Pressedienst war den Nazis eben nicht "ein Dorn im Auge"
gewesen, wie man so schön geglaubt hatte, sondern er konnte bis
1941 weiter erscheinen, weil er die NS-Propaganda lieferte, die von
den Machthabern erwartet wurde. |![]()
Auf die selbstkritische Berichterstattung in eigener Sache gab es ein vielfältiges Medienecho – in FAZ bis taz und bis ins Ausland hinein -, von dem wir hier eine Auswahl präsentieren:
http://www.gep.de
http://www.forum-online.lu
http://www.dike.de
http://www.agenturjournalismus.de
http://www.taz.de
http://www.netzeitung.de
Volker
Lilienthal wurde u.a. zu einem Vortrag über seine Recherchen an
der Universität Erlangen-Nürnberg eingeladen |
und erhielt später auch eine Auszeichnung für diese Arbeit:
die "Besondere Ehrung" beim Bert-Donnepp-Preis für
Medienpublizistik 2002.
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Weitere
Informationen zu diesem Preis finden Sie auf der Seite des
Adolf-Grimme-Institutes |
und beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik |![]()
"Bertelsmann
und das Dritte Reich"
Anfang 1999 publizierte Volker Lilienthal im epd einen kritischen Report, wonach der Bertelsmann-Konzern, kaum dass seine gewinnbringende Zusammenarbeit mit dem NS-Regime 1998 offenbar geworden war, versucht habe, die kritische Berichterstattung darüber klein zu halten. Eine dämpfende Einwirkung in diesem Sinne erfuhr vor allem die "Kulturzeit"-Redaktion des Fernsehsenders 3sat.
"Unheimlich
und gefahrvoll" war Lilienthals Artikel überschrieben |
,
der in der Folge vielerorts diskutiert wurde:
http://www.berlinonline.de
http://www.humanist.de
http://www.ffi-weilheim.de
Das zeitkritische ARD-Fernsehmagazin "Monitor" des WDR brachte ebenfalls einen Beitrag über die Affäre; darin trat Lilienthal als Experte zum Thema auf. Eine Skizze des Beitrags lässt sich nachlesen unter http://www.hagalil.com
Im
Jahre 2001 publizierte Volker Lilienthal im Berliner Vistas-Verlag |
ein Buch zu einem Thema, mit dem er sich sieben Jahre lang
beschäftigt hatte: dem Problem verbotener Fernsehfilme.
Im Zentrum seiner Studie: die Verfilmungen eines realen Kriminalfalls aus dem Jahre 1969, dem "Soldatenmord von Lebach". Sowohl das ZDF (1972) als auch Sat.1 (1996) hatten das Verbrechen verfilmt - und beide Male stand ein höchstrichterliches Sendeverbot der Ausstrahlung entgegen.
Lilienthal greift diese Tabuisierung in seinem Buch an. Medienhistorisch leuchtet er die juristischen, großenteils aber auch politischen Hintergründe aus, die zur kurzfristigen Absetzung der beiden Filme führten. Sein Plädoyer: Eine freie Gesellschaft muss sich erinnern dürfen, auch wenn die Täter von einst ein Recht auf Resozialisierung haben.
Das Buch wurde vielfach rezensiert, unter anderem hier:
http://www.medienpraktisch.de
http://www.medienrezeption.de
http://www.igmedien.de
Eine
Rezension zu einem früheren Buch, "Medienmacher", zu
dem Lilienthal die Einleitung beigesteuert hatte, findet sich hier.
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Varia
http://www.klangkontext.de
http://www.dwars.jetzweb.de
http://www.medienkomm.uni-halle.de
http://cpa.komed.de
http://www.gss.ucsb.edu
http://www.etk-muenchen.de
Göttinger
Tageblatt
Ulrich
Riehm und Bernd Wingert - Tagungsbericht